Der Abschied

Zwei ungleiche Gestalten sitzen im Gasthaus von Gadgetzan, der einsam gelegenen Stadt in Tanaris. Ein muskulöser, grünhäutiger Ork, gekleidet in eine dunkle Rüstung sitzt mit zusammengesunkenen Schultern auf einer Bank im Wirtshaus. An der Wand gegenüber lehnen seine wunderschönen Waffen. Diese Waffen bekam er als Belohung für seine treuen Dienste im Krieg gegen die brennende Legion.
Neben ihm hat ein schmächtiger Untoter seinen Platz auf dieser Bank gefunden. Auch seine Waffe, ein leuchtender Stab, lehnt an der Wand gegenüber.
Eindrucksvoll erscheinen diese beiden Gestalten in diesem einfachen Gasthaus. Doch genau hier fühlen sie sich wohl. Keine großen Mengen an Personen kreuzen ihren Weg, niemand stört ihre Gedanken.
Keiner von beiden spricht ein Wort. In tiefen Erinnerungen sind sie versunken. Erinnerungen an vergangene Tage und vergangene Zeiten. Zeiten, welche es so vielleicht nie wieder geben wird.
Gemeinsam meisterten sie die größten Gefahren. Sie waren zugegen als die Flammen von Ragnaros drohten die Welt in ewige Flammen zu stürzen. Doch ihnen und einigen anderen mutigen Mannen gelang es den Lord zu besiegen und die Welt vor einem schrecklichen Schicksal zu bewahren.
Seite an Seite kämpften sie sich durch die Reihen der Allianz um den Frostwolfclan zu verteidigen.
Schulter an Schulter streiften sie durch wildes Land um die seltensten Ressourcen hervorzuholen.
Sie schworen sich ewige Treue und Freundschaft. Und so wird es auch sein. Niemand wird dieses Band der Freundschaft zerbrechen.
Zwar wird einer bald die hiesige Welt verlassen um sich in noch größere Gefahren zu stürzen, aber die Gedanken werden immer bei dem jeweils Anderen sein.
„Dein neuer Partner verspätet sich, Lin“, bricht der Untote die Stille mit seiner tiefen Stimme.
„Ja, ich hoffe er taucht bald auf, der Abschied fällt mir auch so schon schwer genug“, erwidert der Ork leise.
„Es war deine Entscheidung diesen Weg zu gehen, und du weißt es ist der Richtige.“
„Ja ich muss diesen Schritt tun und niemand kann mich mehr aufhalten.“
„Leider..“, erwidert der sehr niedergeschlagenen Untote.
„Du weißt es selbst Tom, ich muss.“
„Ja, ich weiß alter Freund. Doch ich werde dich vermissen“
„Ich werde dich und die anderen auch vermissen. Soviel haben wir durchgemacht… Doch irgendwann trennen sich die Wege nun einmal. Doch du weißt, es ist vielleicht nicht für immer.“
„Ich hoffe es… ich kann mir gar nicht vorstellen ohne dich in den Kampf gegen Nefarian zu ziehen.“
„Und doch werden du und die anderen diesem Ungetüm Einhalt gebieten.“
„Und dabei wird uns dein Bogen sehr sehr fehlen.“
„Auch die anderen haben eine ruhige Hand und ein scharfes Auge.“
„Ja, jeder von uns weiß was er tut. Aber jeder von ihnen hört auf dich, sie achten dich, und mögen dich.“
„Hör auf so zu sprechen, das macht meinen Abschied nicht einfacher.“
„Tut mir leid Lin. Es ist nur so unheimlich schwer.“
Der Ork legt seine große Hand auf Tommels Schultern. „Ja das ist es...“

Ein Schatten fällt über die beiden. Sie drehen sich um und hinter ihnen steht ein Mensch in voller Rüstung. Ein Paladin, wie man unschwer erkennen kann.
„Es ist soweit Linturius, die Zeit zum Aufbruch ist gekommen“, spricht der hoch gewachsene Mensch.
„Hallo Berodin“, sagt der Ork, „du hast dir ganz schön Zeit gelassen.“
„Tut mir leid, hatte noch einige Sachen zu erledigen. Doch jetzt können wir los. Tut mir leid das du nicht mit kannst Tommel. Aber einige müssen hier die Stellung halten.“
„Ich weiß, ich weiß. Bin ja auch nur ein armer Untoter“, kommt es schmunzelnd über Tommel´s Lippen.
„Du weißt genau, wir hätten dich liebend gerne dabei, aber es geht nicht.“, kommt direkt Beros antwort.
„Schon gut, ich warte hier auf euch. Wir werden uns wieder sehen mein Freund“, sagt er zu Linturius gewand.
„Ja das werden wir“, erwidert dieser.
Beide stehen langsam auf und drehen sich einander zu. Sie Reichen sich die Hände. Doch bei diesem Händedruck bleibt es nicht. Eine kurze Umarmung und ein kurzes Schulter klopfen. Dabei blitzen zwei silberne Ringe an den Fingern der beiden auf. Ringe der Freundschaft, Ringe welche die beiden immer mit sich tragen werden.

So verabschieden sich Tommeluf und Linturius, zwei ungleiche Weggefährten, voneinander. Jeder wird in Zukunft seinen eigenen Weg gehen müssen. Ob sich ihre Wege in Zukunft noch einmal kreuzen werden, das weiß nur Nozdormu, der Aspekt der Zeit, welcher über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wacht...

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